Integrierte Gesamtschule Achim (IGS)

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Vorlesewettbewerb an der IGS Achim: Siegerin gewinnt mit 274 Punkten

Wie steht es um die Lesekompetenz in Zeiten von Tiktok, Kurzvideos und Social Media? Beim ersten Vorlesewettbewerb der neunten Klassen an der IGS Achim wurde deutlich: Sehr gut. Laut Schulbibliothekarin Steffi Lindenberg gibt es seit über 20 Jahren den gleichen Wettbewerb für die sechsten Klassen. Insgesamt zwölf Schülerinnen und Schüler stellten sich einem solchen nun auch in der neunten Klasse.

Dahinter steckt eine Idee. Den Anstoß lieferte eine Schülerin, die selbst daran teilnahm. Sie hatte angemerkt, dass es nach der sechsten Klasse keine Möglichkeit mehr gibt, sich zu beweisen und ihre Entwicklung zu zeigen.

Gemeinsam mit dem didaktischen Leiter Matthias Fischer wurde die Idee entwickelt, einen Wettbewerb für die 9. Klassen ins Leben zu rufen. „Dieser soll sich langfristig im Schulprogramm etablieren“, so Organisator Patrick Thomaneck. Laut ihm machen derartige Wettbewerbe den Schulalltag lebendiger und schaffen Anreize für Schüler, sich in ihren Stärken zu messen.

Zu Beginn präsentierten alle Teilnehmenden einen selbst gewählten Text. Dabei mussten sie flüssig lesen, und erklären, warum sie sich für ihr Buch und die jeweilige Szene entschieden hatten. Es folgte die Finalrunde: Dort lasen die Schülerinnen und Schüler einen unbekannten Abschnitt aus dem Jugendroman „No Alternative“ von Dirk Reinhardt vor.

Bewertet wurden die Vorträge von einer Jury, bestehend aus Deutschlehrerin Wiebke Ulrich, der ehemaligen Abiturientin Lale Orhan, Deutschlehrer Patrick Thomaneck, Tobias Wege als Stellvertreter der Stadtbibliothek sowie Schulbibliothekarin Steffi Lindenberg. Bewertet wurden eine deutliche Aussprache und angemessene Lautstärke, ein passendes Lesetempo sowie ein möglichst fehlerfreier Vortrag mit flüssigem Lesefluss. Auch Intonation und Betonung spielten eine Rolle, um die Stimmung eines Textes lebendig zu vermitteln. Zusätzlich floss eine ausdrucksstarke Stimmführung sowie passende Mimik in die Bewertung mit ein. Maximal konnten 330 Punkte erreicht werden.

Den dritten Platz belegte Bjarne Theuer mit 252 Punkten. Auf Platz zwei landete Matilda Emmerich mit 266 Punkten. Den Sieg sicherte sich schließlich Thalya Wedhorn mit starken 274 Punkten. Für viele der Jugendlichen stand nicht nur das Gewinnen im Vordergrund. „Ich lese zuhause allgemein viel, sobald ich mit meinen Hausaufgaben fertig bin, da es mir Freude macht“, erzählt Anastazja Mroczkowska.

Auch Siegerin Thalya Wedhorn verbindet viel mit dem Lesen: „Ich lese gerne in der Freizeit und habe schon in der sechsten Klasse den Wettbewerb gewonnen.“ Trotz aller Erfahrung spielt Nervosität bei den Vorlesern eine Rolle. „Auf jeden Fall hat man immer Lampenfieber“, sagt Thalya. Ein guter Vortrag lebt für die Schülerinnen von Ausdruck und Gefühl. „Man muss gut betonen und nicht monoton lesen. Dabei ist es wichtig, einen Text zu fühlen und in ihn einzutauchen“, erklärt Thalya.

Dass Lesen auch heute noch wichtig ist, darüber sind die beiden sich einig. „Mit voranschreitender Technologie ist es wichtig, nicht den Bezug zum Buch zu verlieren. Gerade bei immer kürzer werdender Aufmerksamkeitsspanne durch Social Media“, meint Anastazja. Gleichzeitig hat die vor zwei Jahren an der Schule eingeführte morgendliche Lesezeit sie motiviert, mehr zu lesen. Thalya beobachtet zudem: „Die Lesekompetenz nimmt wirklich stark ab, sogar in unserer eigenen Klasse ist die teilweise echt schwach.“

Thomaneck zeigte sich vom Engagement der Jugendlichen beeindruckt. Besonders schwierige Texte wie „Der Junge im gestreiften Pyjama“ oder „Sherlock Holmes“ haben die Schüler flüssig und authentisch vorgetragen. Er ergänzt: „Alle Schüler, die hier sitzen, sind, was soziale Kompetenzen angeht, sehr starke und tolle Menschen. Ich weiß nicht, ob das vielleicht mit dem Lesen zusammenhängt.“ Viele der Teilnehmenden engagieren sich zudem bereits beim Vorlesen an Grundschulen – und bewiesen beim Wettbewerb, dass Lesen auch im digitalen Zeitalter Menschen begeistern kann.

Leon Moor (Kreiszeitung)

Dieser Artikel erschien zuerst am 03. Juni in der Kreiszeitung Achim.

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