Förder- und Forderangebote

Konzept: Fördern und Fordern

In einer Schule für Kinder muss das Eingehen auf individuelle Stärken und Schwächen auch über den differenzierten Unterricht hinaus gewährleistet sein. Dafür haben wir an der IGS Achim zum einen Mittagsfreizeiten eingerichtet, in denen die Schüler*innen in Deutsch, Mathe und Englisch Hilfestellungen bekommen, wenn sie mit ihren Lernzeitplänen Schwierigkeiten haben oder sich gezielt auf eine Lernkontrolle vorbereiten möchten. Zum anderen bieten wir in einem eigenen Zeitfenster spezielle Förderangebote an, die im Folgenden erläutert werden. Zurzeit finden das Förderangebot am Freitag in der 5. und 6. Stunde statt.

Lese- Rechtschreib-Förderung

Von den Schüler*innen, die unsere Schule besuchen, haben 20-30% Förderbedarf im Lesen und Rechtschreiben (LRS). D.h. im Schulalltag wird in jeder Klasse deutlich, dass bei einem nicht geringen Teil der Kinder die LRS-Schwäche nicht nach dem Ende ihrer Grundschulzeit behoben ist, sondern weiterer Förderung bedarf. Bei bis zu 30 Schülern pro Klasse reicht ein binnendifferenziertes Unterrichtsangebot nicht aus, die Ursachen der LRS-Schwächen gezielt zu beheben.

Die Schüler*innen werden nach folgenden Kriterien bestimmt:

  • Durch Berücksichtigung der Grundschulgutachten (bei Bedarf direkter Kontakt zu den Grundschullehrkräften)
  • Vorschlag durch das Tandem/der Deutschlehrerkräfte nach der Eingangsphase
  • Testverfahren
  • Der Schüler/ die Schülerinnen und die Eltern werden in einem Anschreiben über die geplante Maßnahme informiert. Sie können freiwillig entscheiden, ob sie dieses, von der Schule finanzierte, Angebot annehmen. Wenn sie sich zur Annahme entscheiden, ist die Teilnahme des Schülers/der Schülerin für ein Schuljahr verpflichtend. Fehlstunden müssen entschuldigt werden
  • Tests zu Beginn des Jahrganges 5 und am Ende Jahrgang 6
  • Zwischentests nach einem Jahr

Die den Förderunterricht Deutsch durchführende Lehrkraft gestaltet den Unterricht eigenverantwortlich, wenngleich sich die Fachkonferenz Deutsch auf ein festgelegtes erprobtes und von der Landeschulbehörde empfohlenes LRS-Förderprogramm verständigt hat. Die Lehrkraft des Förderkurses steht im engen Kontakt mit der jeweiligen Deutschlehrkraft und dem Tandem. Gleichzeitig ist sie Ansprechpartner für die Eltern und steht für Beratung zur Verfügung. Das Tandem wird über alle Gespräche informiert.

Mathematik-Förderung

Viele Schüler*innen kommen mit Defiziten im Fach Mathematik aus der Grundschule. Nicht in allen Fällen ist es möglich, diese Defizite im binnendifferenzierten Regelunterricht auszugleichen. Deshalb bieten wir im 5. und 6. Jahrgang Förderkurse in Mathematik an. Dort werden Grundrechenarten wiederholt und eingehend geübt. Die Auswahl erfolgt nach folgenden Kriterien:

  • Durch Berücksichtigung der Grundschulgutachten (bei Bedarf direkter Kontakt zu den Grundschullehrkräften)
  • Vorschlag durch das Tandem/der Mathematiklehrerkräfte nach der Eingangsphase
  • Testverfahren
  • Der Schüler/ die Schülerinnen und die Eltern werden in einem Anschreiben über die geplante Maßnahme informiert. Sie können freiwillig entscheiden, ob sie dieses, von der Schule finanzierte, Angebot annehmen. Wenn sie sich zur Annahme entscheiden, ist die Teilnahme des Schülers/der Schülerin für ein Halbjahr verpflichtend. Fehlstunden müssen entschuldigt werden
  • Tests zu Beginn des Jahrganges 5 und am Ende Jahrgang 6
  • Zwischentests nach einem Jahr

Förderung Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Viele der in Deutschland geborenen Kinder mit mindestens einem Elternteil aus einem anderen Land haben den Anspruch auf Förderung in der deutschen Sprache. Allerdings darf der zusätzliche Sprachunterricht nicht parallel zum Fachunterricht erteilt werden. Unsere DaZ-Kurse liegen deshalb ebenfalls in unserem Förder- und Forderband und werden entweder von den Lehrkräften, die eine Sprache unterrichten, oder den Deutschlehrkräften durchgeführt.

Begabtenförderung

Angebote für besonders begabte Schüler*innen ab Klasse 5 werden bereitgestellt:

  • im Unterricht durch Binnendifferenzierung, Gruppenarbeit, individualisierte Arbeitspläne (Lernzeiten), Freiarbeit und fächervernetzten Projektunterricht
  • im Rahmen des gebundenen Ganztages in der Mittagsfreizeit und der Arbeitsgemeinschaften
  • als Forderkurse jahrgangsübergreifend aus verschiedenen Fachbereichen in einem speziell eingerichteten Forder-Zeitfenster. Beispiele inhaltlicher Arbeit sind:
  • 1. Produktion eines Radio-Hörspiels (Wettbewerbsbeitrag für den Niedersächsischen Medienpreis 2021)
    • Forderkurs „Robotik Parcel Projekt“ (2019: Teilnahme am Wettbewerb „Formel Zukunft“)
    • Medienscout-Ausbildung für Schüler*innen
    • Forderkurs „ Gitarre“
    • Forderkus „Band“
    • Forderkurs „Energie“ (1. Preis im Jahr 2019 beim Wettbewerb: 2 Impresz Energy-Challenges von Northsearegion zum Thema „Energiesparen und Nachhaltigkeit“)

Die Teilnahme an Wettbewerben(Schüler experimentieren/Jugend forscht, Mathematik-Olympiade, Känguru-Wettbewerb, Bundeswettbewerb Mathematik, Bundeswettbewerb

für Fremdsprachen etc.) ist mit der Teilnahme an Forderkursen verbunden, soweit entsprechende Wettbewerbe angeboten werden.

In Planung ist eine Ausweitung und Festigung der Durchlässigkeit der Förderangebote von Kindertagesstätten bis zur Sekundarstufe II. Bereits durchgeführt wurde eine Zusammenarbeit mit interessierten Grundschulen.Besonders begabteGrundschülerinnen und –schüler der 3. und 4. Klasse arbeiteten mit Kindern der 5. und 6. Klassen gemeinsam im Forderkurs im Fach Naturwissenschaft zum Thema „Energie und Nachhaltigkeit“.

Angedacht für die zukünftig höheren Jahrgänge (Jahrgang 10 und die Jahrgänge der Sekundarstufe II) soll – beginnend mit dem Fach Englisch „Learning by teaching“ –  ein „conversation-training“ als Forderprogramm für Schüler*innen der 5. Klassen angeboten werden. Hierzu bieten die genannten Jahrgänge ein Sprach-, Spiel- und Lerntraining als Ergänzung zum regulären Unterricht an.

Dieses Training wird während der (Englisch-) Unterrichtszeit stattfinden, die Kinder verlassen dafür den Klassenverband und arbeiten in Kleingruppen. Die Fachlehrkräfte schlagen aus ihren Klassen Schüler*innen für die Teilnahme vor. Diese werden vor ihrem Einsatz von einer/m Fachkollegin / Fachkollege auf ihre Aufgabe vorbereitet. Ausgewählte „Trainer“ aus dem Jahrgänge 10 und der Sekundarstufe II mit sehr guten Englischkenntnissen erhalten für ihre Tätigkeit einen Vermerk im Zeugnis, ebenso für die Teilnahme am „Training“.

Dieses Projekt initiiert eine Verzahnung der Jahrgangsstufen. Soziales Engagement fördert den Gedanken der Schulgemeinschaft und kann über das Schulleben hinaus als Beitrag zur Solidargemeinschaft gesehen werden.